Vier Schuhe für den Hund

18. Februar 2008

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Wer schon einmal in eine Glasscherbe getreten ist, weiß, wie weh das tut und wie schlecht die Verletzung abheilt. Um sich vor den Scherben in der Düsseldorfer Altstadt zu schützen, tragen viele Polizisten Schuhe mit stahlverstärkter Sohle. Bisher waren ihre vierbeinigen Kollegen von der Hundestaffel dem Glasbruch, weil barpfotig unterwegs, schutzlos ausgeliefert. Jetzt bekommen die Hunde Schuhe für den Einsatz – mit dicker Kunststoffsohle und Reflexstreifen am Klettband in Himmelblau.

So ganz glücklich sieht der zweijährige Belgische Schäferhund Eddy nicht aus, während sein Herrchen Ben Funken (34) ihm die blauen Hundeschuhe überstreift. Brav lässt Eddy die Prozedur über sich ergehen, dann darf er auf dem Übungsplatz der Düsseldorfer Hundestaffel in Meerbusch lossausen. „Es ist ein ungewöhnliches Gefühl für den Hund“, kommentiert Funken. Dann hat Eddy den Dreh raus.

Sohle mit viel Grip

Er überwindet behände die Kletterwand, bremst auf dem Rasen und steht schon wieder mit dem Stöckchen bei Fuß. Die Schuhsohlen sollen für den richtigen Halt im Gelände sorgen und die sonst wenig empfindlichen Hundepfoten schützen. Der Hundeführer André Sieger hat sie mit seinem „Kollegen“ Flac auch schon getestet und entdeckt: „Die Schuhe sind auch sehr gut beim Einsatz in Gebäuden mit glatten Böden. Damit hat der Hund deutlich mehr Grip.“ Zurzeit werden in der Staffel acht Sätze der Schuhe getestet. Staffel-Leiter Ralf Faustmann erklärt: „Die Verletzungsgefahr für die Hunde ist zum Beispiel in der Altstadt an den Karnevalstagen sehr groß.“ Oft sind die Hunde an Brennpunkten im Einsatz, an denen mit Scherben, Nägeln oder Spritzbestecke zu rechnen ist. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch nur wenige Hunde verletzt. „Wir hatten lange Zeit Glück“, sagt Faustmann. Wenn der Test erfolgreich verläuft, und danach schaut es jetzt schon aus, sollen in einem Vierteljahr alle 20 Polizeihunde ihre persönlichen Dienstschuhe bekommen – alle in Hellblau. Nicht weil alle Rüden sind, sondern weil der Hersteller nur in zwei Farben liefert: rot und hellblau. „Die blauen Schuhe passen ja auch besser zu dem blauen Uniformen, die wir bald bekommen“, sagt Faustmann.

Dann müssen nochmal alle ihre Pfoten vermessen lassen. Denn wie Menschen haben auch Hunde unterschiedliche Größen. Statt der Länge wird bei Hunden die maximale Pfotenbreite gemessen: bis 5,4 Zentimeter ist XXS. Wer XXL trägt, hat 9,5 Zentimeter breite Pfoten. „Eddy hat recht kleine Füße. Er trägt M“, sagt Hundeführer Funken. Ein Satz à vier Schuhe kostet zwischen 40 und 80 Euro.

Mal ehrlich:

Wir hoffen, dass diese tollen Schuhe nur für Polizei und Rettungshunde verwendet werden und nicht als chickes Modeaccessoir in Hundebesitzerkreisen als “must have” angesehen wird^^

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