Bachblüten gegen Wauwaus Wehwehchen
moskito007 27. Februar 2008

Diesen Artikel haben wir auf/www.bietigheimerzeitung.de gefunden.
Dagmar-Betina Faas aus Walheim arbeitet als Tierheilpraktikerin und -psychologin
Blähungen, Haarausfall, Hautprobleme – das ist unangenehm und nicht nur für Menschen. Auch beim Tier drückt mal der Schuh. Viele Besitzer suchen dann den Rat von Dagmar-Betina Faas.
Hündin Dana ist Dagmar-Betina Faas beste Visitenkarte. Das fünfjährige Labradorweibchen reagiert auf jedes Kopfnicken, auf Fingerzeig verkrümelt es sich augenblicklich in sein blaues Körbchen. Nur ein braunes Schlappohr, das aus dem Bettchen heraushängt, verrät, dass sich dort ein Tier aufhält, so ruhig ist Dana. Glernt isch glernt, würde der Schwabe sagen, denn das Frauchen ist Diplom-Tierpsychologin und -heilpraktikerin.
Vor bald sechs Jahren ließ sich die Veterinärhelferin in diesen ungewöhnlichen Berufen über ein Fernstudium ausbilden. Ihre Lerninhalte: Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Massagetechniken und Akupressur, Reiki sowie Verhaltenstherapie. Und so schart Faas ein Klientel “vom Meerschweinchen bis zum Pferd” um sich, das von den verschiedensten Wehwehchen geplagt wird. Nur Fische und Reptilien behandelt sie nicht, die gehören ihrer Meinung nach in andere Expertenhände. Hautreizungen, Verdauungsstörungen, Angst- oder Dominanz-aggressionen sind die häufigsten Störungen, zu denen die 37-Jährige gerufen wird. Auf die Unterstützung des Besitzers ist sie bei ihrer Arbeit angewiesen: “Manche Leute denken, sie rufen mich und bekommen dann das perfekte Tier. Aber der Mensch muss mitarbeiten.”
Bis zu zwei Stunden dauert die Erstanamnese, dann kann die Therapie beginnen. Auf die viel zitierte Couch legt die Tierpsychologin ihre animalischen Patienten allerdings nicht. Faas verabreicht ihre homöopathischen Mittel, massiert oder konditioniert während Hausbesuchen: “In ihrem gewohnten Umfeld sind die Tiere entspannter.” In intensiven Gesprächen mit dem Halter versucht sie vorab herauszufinden, was Hund oder Katz krank, aggressiv oder scheu macht. Mal ist das eine einfache Allergie, mal jedoch die Erinnerung an frühere Quälereien. Faas Erfahrung zeigt: “95 Prozent der Probleme verursacht der Besitzer.”
Was machen die Zweibeiner denn falsch? “Man darf Tiere nicht vermenschlichen. Ein Hund ist ein Hund und sollte in der Hierarchie ganz unten sein”, mahnt die Expertin. Zu den häufigsten Fehlern gehöre das Füttern mit herkömmlichen Lebensmitteln. So könne das Fressen von Macadamianüssen und Schokolade gar zu Bellos Tod führen. Auch gehöre Fiffi nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Jahr ins Schaumbad, sonst leide die empfindliche Haut. Kläffer, Wadenbeißer, Kratzbürsten, Tischbettler, Teppichbeschmutzer und penetrante Bettbesetzer – Hausgenossen, die Herrchen auf der Nase herumtanzen – gehören ebenfalls zur Kundschaft der Tierflüsterin. So kommt es vor, dass selbst sie sich mit einem mulmigen Gefühl einem Tier nähert. Dann verlässt sich Faas auf ihre Erfahrung und deutet die Warnsignale. Bei hochgezogenen Hundelefzen oder angelegten Pferdeohren zieht sie sich zurück. Im Zweifelsfall besteht sie auf einem Maulkorb. Zu tief sitzt die schmerzhafte Erinnerung an einen Dackel aus Sachsenheim, einen richtigen “kleinen Teufel”.
Die Dienste der Tier-Nanny – neben ihrem Mann und den beiden Söhnen lebt sie mit Hündin Dana, einem Meerschweinchen, griechischen Landschildkröten und zig Fischen zusammen – seien gefragt. Zwischen Stuttgart und Heilbronn ist sie im Einsatz, veranstaltet außerdem Seminare. Alles kann sie trotzdem nicht: “Irgendwann komme ich auch an meine Grenzen. Dann empfehle ich den Leuten eine Blutanalyse beim Veterinär.” Und dann gibt es noch etwas, von dem die ausgesprochene Tierfreundin die Finger lässt: Spinnen. Vor denen hat sie nämlich eine Phobie.
- Beim Tierarzt
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