Schwan-Drama mit Happy End
moskito007 12. Februar 2008
Diesen Bericht von Norbert Bangert haben wir auf www. rp-online.de gefunden.
Ausgerechnet die vielbefahrene Rader Straße hatte sich ein schöner weißer Schwan für eine „kleine Ruhepause“ ausgesucht. Vorbeifahrende Autofahrer störten ihn nicht, zunächst scheiterten alle Versuche, das Tier zu vertreiben.
Aufregende Szenen spielten sich am späten Samstagnachmittag an und auf der Rader Straße ab: Ohne die sonst übliche Scheu hockte ein schöner weißer Schwan auf dem Bürgersteig entlang der Bundesstraße. Das Problem: Immer wieder machte das sichtbar geschwächte Tier Anstalten, aufzustehen und auf die vielbefahrene Straße zu wechseln. Zuerst versuchten zwei Passanten, das Tier davon abzubringen, indem sie sich in den Weg stellten. Doch der Vogel ließ sich davon nicht beeindrucken. Weder mit Handbewegungen noch durch sanftes Wegschieben mit dem Fuß ließ er sich vom Weg abbringen.
„Ich habe die Notrufnummer der Polizei angerufen, doch die erklärten sich für nicht zuständig“, berichtete einer der Augenzeugen, der mit seiner Lebensgefährtin als Erster am Ort des Geschehens war. Die Lage spitzte sich unterdessen weiter zu. Als die Aufmerksamkeit einer der Passanten für kurze Zeit nachließ, nutzte das Tier die Gelegenheit: Es machte einen großen Satz und ließ sich mitten auf dem Abzweig der Rader Straße in Richtung Mickenhagen nieder. Nun war eine Fahrbahn komplett blockiert, zeitweise bildete sich ein kurzer Stau.
Keiner konnte helfen
Einige Autofahrer waren zwischenzeitlich aus ihren Wagen gestiegen; gemeinsam versuchten sie, den Schwan von der Fahrbahn zu drängen. „Mit den Händen anfassen wollte ich das Tier aber nicht, womöglich hat es ja die Vogelgrippe“, sagte eine Anwohnerin. Andere versuchten, einen Tierarzt oder die Feuerwehr zu alarmieren. Doch auch diese Bemühungen waren vergebens. Keiner der Ärzte war erreichbar, die Feuerwehr hat nach eigenen Angaben keine Mittel oder Gerätschaften, um sinnvoll eingreifen zu können. Unter den Passanten und Anwohnern kam leichter Unmut auf. „Es kann doch nicht sein, dass niemand hierfür zuständig ist“,regte sich ein junger Mann auf. Nach einer halben Stunde vergeblicher Versuche, den Schwan von der Fahrbahn zu vertreiben, drohte das Unglück: In einer Art Kraftakt versuchte das Tier, über die Rader Straße bergaufwärts zu starten. Nach zirka 300 Metern, in denen es nicht genug an Höhe hatte gewinnen können, ließ es sich erneut mitten auf der Straße nieder.
Schönes Bild in der Abendsonne
Um Schlimmes zu verhindern und Autofahrer zu warnen, eilten Passanten hinterher. Es war reiner Zufall, dass in den entscheidenden Minuten gerade kein Auto kam. Dann die Erlösung: Erneut nahm der weiße Vogel Anlauf, diesmal bergabwärts. Aus dem fast sterbenden Schwan wurde ein eleganter Segler, der im Licht der Abendsonne über dem Schloss entschwand.
Wir von Tiere & Co sind froh darüber, das alles so glimpflich ausgegangen ist. Da hatte sich der Schwan aber nicht gerade in ein eine Chillingzone begeben, die Wahl hätte besser ausfallen können:)
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