Achtung Wildwechsel!
moskito007 17. April 2008
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Ein kurzer Moment, ein Huscher, kaum wahrnehmbar und es ist passiert: Statistisch gesehen alle zweieinhalb Minuten. Ein Reh, Hirsch oder Wildschwein mitten auf der Straße, der Unfall unvermeidlich. Mit oft schrecklichen Folgen: 2.800 Verletzte und zehn Tote bundesweit allein im letzten Jahr. Unter die Räder kamen rund 200.000 Wildtiere, die Dunkelziffer wird auf das Doppelte geschätzt.
Eine Spitzenposition nimmt dabei der Freistaat Bayern ein. Besonders jetzt im April steigt die Zahl der Unfälle: das frische Grün und Revierkämpfe lassen Reh, Hirsch und Wildschwein unvorsichtig werden.
Seit Jahren versucht man mit verschiedenen Maßnahmen, wie Duftzäune, die Wildunfälle zu verringern. Bisher mit geringem Erfolg.Um Unfälle zu vermeiden ist also weiter der Autofahrer gefragt.
Richtiges Verhalten jetzt in der Hoch-Zeit der Wildunfälle ist wichtig. Vor allem runter vom Gas und auf Schilder genau achten, wie “Achtung, Wildwechsel”. Die größte Gefahr besteht in der Morgen- und Abenddämmerung, während der Nacht und bei Nebel. Besonders gefährlich sind auch neue Straßen, die durch Waldgebiete führen, weil Wild die gewohnten Wechsel beibehält. Außerdem: ein Tier kommt selten allein, immer mit Nachzüglern rechnen. Nachts sollte man, wenn möglich, immer mit Fernlicht fahren. So wirken die Augen der Tiere wie Rückstrahler und sind besser zu erkennen. Taucht Wild im Scheinwerferlicht auf, sofort abblenden, bremsen und hupen.
Ein kürzlich durchgeführter Crashtest des ADAC mit einem Hirsch-Dummie zeigt: beim Aufprall wirken enorme Kräfte auf das Fahrzeug ein. Mit der Kraft von bis zu einer Tonne kann ein 50kg schweres Tier zum Geschoss werden. Der Test zeigte auch: der gefürchtete Sprung des Tieres durch die Windschutzscheibe in die Fahrerkabine ist äußerst selten. Deshalb der Tipp des ADAC: Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, Lenkrad gut festhalten und gezielt abbremsen. Auf keinen fall ausweichen. Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben, auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Nach dem Unfall gilt: Sofort Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle absichern. Das Tier an den Randstreifen schaffen, damit keine Folgeunfälle passieren. Den Unfall unverzüglich am besten bei der Polizei melden und eine Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen lassen, das ist ist wichtig für Schadensanspruch.
Außerdem wichtig: Wegen Tollwutgefahr das Tier nicht mit den bloßen Händen berühren. Wild niemals mitnehmen! Man riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Einem angefahrenen und flüchtigen Tier nicht folgen. Für die spätere Meldung Fluchtrichtung merken oder markieren. so kann der Jäger mit einem ausgebildeten Hund dem verletzten Tier folgen und es von seinem Leiden erlösen.
Noch ein Tipp: ein Fahrtraining hilft ebenfalls, in gefährlichen Situation richtig zu reagieren und damit vielleicht das eigene Leben zu retten.
Wir von Tiere und co meinen:
Da bleibt nur die Hoffnung, das die Tiere Nachts wechseln, in verkehrsärmern Tageszeiten…sowohl für die Tiere und den Autofahrern, kommen Sie gut nach Hause:)
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