Endgültige EU-Stellungnahme zum Klonen von Tieren für Lebensmittel veröffentlicht
moskito007 14. August 2008

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat heute ihre abschließende Stellungnahme zum Klonen von Tieren für Lebensmittel veröffentlicht. Darin stellt sie fest, dass signifikante Tierschutz- und Tiergesundheitsprobleme beim Klonen von Rindern und Schweinen auftreten. Hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit von Fleisch und Milch geklonter Tiere hat die EFSA aber keine Bedenken.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kritisiert, dass mit dieser Äußerung der Weg zur Markteinführung von Klon-Produkten, die niemand brauche und die erhebliches Tierleid bedeuteten, geebnet werde.
Laut EFSA-Stellungnahme ist die Erfolgsrate beim Klonen außerordentlich gering. So hatten fast 3.400 Versuche, Rinder zu klonen, nur in neun Prozent der Fälle zur Geburt eines lebenden Kalbes geführt. Nach 24 Stunden waren weitere Tiere gestorben. Kälber zeigen oft übermäßiges Wachstum im Mutterleib – was einen Kaiserschnitt erforderlich macht – Schweine dagegen reduziertes Wachstum. Von 40 lebend geborenen, geklonten Ferkeln hatten 27 beträchtliche gesundheitliche Probleme wie Durchfall, Gehirnhautentzündung und Herzfehler und starben kurz nach der Geburt.
„Das alles zeigt doch, dass das Klonen von Tieren schweres Leiden verursacht“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. „Klonen ist zudem völlig überflüssig. Wer trotz Klimawandel immer noch Fleisch essen und Milch trinken will, braucht dazu keine geklonten Tiere. Eine Ernährung ohne Produkte vom Tier ist sowieso gesünder.“ Es sei jetzt notwendig, dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben und das Klonen von Tieren zur Lebensmittelproduktion zu verbieten, und nicht – wie die EFSA fordere – noch mehr Forschung zu betreiben.
Die EU-Ethik-Gruppe EGE hatte zu Beginn des Jahres ebenfalls eine Stellungnahme zum Klonen von Tieren abgegeben und darin festgestellt, sie sehe derzeit keine überzeugenden Argumente für die Produktion von Lebensmitteln geklonter Tiere oder ihrer Nachkommen. Auch Bundeslandwirtschafsminister Horst Seehofer und der Deutsche Bauernverband hatten sich ablehnend geäußert.
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