Marley & Ich – der Film – Retriever in Not e.V. befürchtet verstärkte Nachfrage nach Labradorwelpen

4. März 2009


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Die Tierschützer von Retriever in Not e.V. freuen sich nicht gerade über Hollywood-Tierfilme wie „Marley & Ich“, in denen ein Hund, in diesem Fall der Labrador Marley, die Hauptrolle spielt.
Tier-Labrador

Wie vor etwas mehr als 10 Jahren, als „101 Dalmatiner“ den Wunsch nach einem weißen Hund mit schwarzen Punkten in fast jedes Kinderzimmer spülten, muss davon ausgegangen werden, dass sich der Trend wiederholt und diesmal mit einer verstärkten Nachfrage nach niedlichen Labradorwelpen zu rechnen ist.

Massenzüchter, die in riesigen Zuchtfarmen Hunde billig und in großen Mengen produzieren, werden versuchen, aus dem zu erwartenden Boom Kapital zu schlagen und in den nächsten Monaten so viele kleine Labbiwelpen wie möglich auf den Markt zu werfen. Diese „Billig“-Welpen werden den europäischen (und amerikanischen) Hundehandel überschwemmen und auf dem gewohnten Weg an den Käufer gebracht – über angebliche „Privatzüchter“, über dubiose Hundehändler, über den Tiermarkt im Internet. Retriever in Not e.V. weiß, wovon die Rede ist, denn der Verein engagiert sich seit 2003 schwerpunktmäßig für ausgediente Zuchthunde aus Vermehrerfarmen und macht auf seiner Webseite Öffentlichkeit für das Leid der als Gebärmaschinen missbrauchten Hunde in den großen Massenzuchten. In diesen Tagen wurde der 2000ste Retriever aufgenommen und lernt in einer der Pflegefamilien des Vereins zum ersten Mal ein Leben in Freiheit kennen.

Die Händler, weiß Inga Schaefer, Pressesprecherin von Retriever in Not e.V., „haben in der Regel kein Interesse daran, ihre Kunden zu beraten, sie wollen nur schnell und viel Geld damit verdienen. In fast allen Fällen werden die Käufer überhaupt nicht darüber informiert, wie viel Zeit und Geld ein Hund kostet, dass gerade in der Wachstumsphase Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind, und dass ein unterbeschäftigter Labrador schnell mal auf Zerstörungsmodus gehen kann.“ Oft landen die Hunde nur wenige Monate später schon wieder im Tierheim, weil die Familien das Interesse verloren oder festgestellt haben, dass ein junger Hund ihnen viel zu viel Arbeit macht. „In jedem Jahr werden uns 300 bis 400 Retriever gemeldet, meist Golden Retriever und Labradore. Oft junge Hunde unter 2 Jahren, deren Familien mit dem Tier völlig überfordert sind, weil sie nicht wussten, dass der süße kleine Welpe so viel Beschäftigung braucht“, berichtet Anja Seiler, die bei Retriever in Not e.V. für Abgabehunde zuständig ist.

„Marley & Ich“ erzählt sehr unterhaltsam von genau dieser Problematik und gibt einen humorvollen Einblick in das Leben mit einem hyperaktiven Labrador. Der lustige Film macht besser als andere zuvor deutlich, dass ein Hund zur Familie gehört und für die Menschen eine lebenslange Verpflichtung ist, selbst wenn er ungehorsam, nervig, krank oder alt wird. Dass diese Botschaft auch überall ankommt, sehen die Tierschützer von Retriever in Not mit begründeter Skepsis. Ihrer Erfahrung nach kann es den meisten Menschen nicht schnell genug gehen, wenn sie sich den Wunsch nach einem kleinen süßen Hundewelpen einmal in den Kopf gesetzt haben. In so einer Situation sind viele Menschen leider immun gegen gut gemeinte Ratschläge.

„Bedauerlicherweise sind Rassehunde zu einem ständig wechselnden Modeaccessoire geworden. Heute sind es Labradore, in ein paar Wochen werden es vielleicht Chihuahuas sein,“ so Dagmar Auf der Maur, Vorsitzende des Vereins Retriever in Not e.V. „deshalb haben wir vor 2 Jahren unsere erfolgreiche Zuchthundearbeit ausgedehnt auf Hunde anderer Rassen und das Projekt Liberty for Dogs ins Leben gerufen.“ Ob sie recht hat, wird sich in ein paar Monaten zeigen, wenn der Film „Beverly Hills Chihuahua“ in die Kinos kommt…

Für die Menschen, deren Wunsch nach einem Hund nicht erst durch solche Filme geweckt wurde, hat Retriever in Not e.V. einen guten Rat: Gehen Sie in ihr örtliches Tierheim oder schauen Sie sich die Internetseiten der Tierschutzvereine an – für fast jede Rasse gibt es einen Rasse-in-Not Verein – und erkundigen Sie sich nach Hunden, die dort ein neues Zuhause suchen. Denn diese Hunde möchten genau wie Marley die Chance auf eine Familie haben, die mit ihnen durch dick und dünn geht!

Informieren Sie sich über unsere Arbeit auf unseren Webseiten:
www.retriever-in-not.de und www.liberty-for-dogs.de
(openPR)


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