Tierquälerei im Hühnerstall – Boom bei Mastanlagen in NRW
moskito007 26. August 2008
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In Nordrhein-Westfalen boomt die Hähnchenmast. So sollen u. a. im Münsterland neue Hühnermastanlagen gebaut oder bestehende Anlagen erweitert werden. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kritisiert die extrem tierquälerische Haltung bei der intensiven Hähnchenmast. Die einseitige Zucht und die drangvolle Enge führen zu schweren Krankheiten, Verletzungen und Verhaltensstörungen. 12 Millionen Masthühnchen sterben jedes Jahr in Deutschland schon während der Mast.
Am kommenden Montag, den 18. August berät der Bauausschuss von Metelen im Kreis Steinfurt über eine beantragte Erweiterung einer Hühnermastanlage. Der Betreiber plant, seine derzeit knapp 30.000 Masthühner umfassende Anlage auf über 165.000 Mastplätze aufzustocken. Weitere Anlagen sind z. B. in Borghorst ebenfalls im Kreis Steinfurt, in Havixbeck im Kreis Coesfeld, aber auch in Vettweiß im Kreis Düren geplant.
“Die auf Turbowachstum gezüchteten Hühner werden schon mit etwa fünf Wochen geschlachtet”, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. “Knochen, Herz und Lunge können mit dem extremen Fleischzuwachs nicht mithalten. Dazu kommt die hohe Besatzdichte. Die Folgen für die Tiere sind dramatisch: Herzversagen, Gelenkerkrankungen, Knorpelwucherungen, Knochenbrüche, Leberverfettung, Atemwegserkrankungen, Brustblasen etc. sind bei dieser völlig tierwidrigen Haltung an der Tagesordnung.”
Bei der Haltung und Züchtung von Masthähnchen hat die stärkste Intensivierung von allen Bereichen der Nutztierhaltung stattgefunden. Über 400 Millionen Masthühner werden jährlich allein in Deutschland erzeugt, Tendenz steigend. Die Besatzdichte in den Mastanlagen beträgt üblicherweise 35 kg pro Quadratmeter. Dies entspricht je nach Gewicht bis zu 25 Hühnern pro Quadratmeter zum Mastende. Genaue gesetzliche Vorgaben gibt es bislang nicht. Jedoch hat die EU im letzten Jahr eine Richtlinie beschlossen, die noch in nationales Recht umgesetzt werden muss und die sogar bis zu 42 kg pro Quadratmeter zulässt. Die Tierhalter könnten somit bis zu 30 Tiere auf einen Quadratmeter pferchen. Der Verband fordert daher von der Bundesregierung eine deutlich strengere Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht.
“Aber auch die Verbraucher sind gefordert”, so Simons. “Die Nachfrage nach Hähnchenfleisch regelt die Erzeugung. Die Verbraucher sollten daher genau überlegen, ob sie durch den Kauf und Verzehr von billigem Hähnchenfleisch eine so tierquälerische Haltung unterstützen wollen.”
Menschen für Tierrechte -
Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Roermonder Str. 4a, 52072 Aachen
Kontakt: Pressestelle – Stephanie Elsner,
Tel.: 05207 – 929263,
E-Mail:
www.tierrechte.de
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich auf rechtlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung und Umsetzung elementarer Tierrechte ein. Als Dachverband sind ihm etwa 100 Vereine sowie persönliche Fördermitglieder angeschlossen. Seit seiner Gründung ist er als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
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